Geschichten, Sagen, Erzählungen um Angora Kaninchen

„lampi“ der Wunderhase > ein Märchen Teil 1 (ingesamt. 2 Teile )


Vor vielen, vielen Jahren trug sich eine seltsame und wunderliche Geschichte zu, die ganz bestimmt wahr ist, wenn man daran glaubt!

In einem großen, tiefen Wald, von dem die Menschen sich allerhand Spuck und Geistergeschichten erzählen, lebte eine Hasenfamilie mit Namen „Löffelohr“. Diese Hasenfamilie hatte sich unter der Erde ein schönes großes Haus gebaut. Und bevor man zu der Eingangstür gelangte, kam man in einen sehr schönen Garten. Darinnen wuchsen Blumen in herrlich bunten Farben und seltene Kräuter und Pilze. Alle Tiere des Waldes tummelten sich in diesem Garten herum, weil er so schön war.





Durch ein kleines Fenster konnte man der Hasenfamilie bei der Arbeit zusehen. Da waren Kessel und Eimer, Kübel mit Farben und Rührlöffel. Vor allem aber viele, viele kleine und große Ostereier, die bemalt waren mit den schönsten Farben, die man sich nur denken kann.

Alle Hasenkinder waren sehr fleißig und jedes wusste genau, was es zu tun hatte. Ein Häschen rührte die Farben an, ein anderes tauchte die Eier in einen Farbkübel, wieder ein anderes Häschen brachte die ungefärbten Eier heran und einige bemalten sie.

Alle waren fröhlich, weil sie doch wussten, dass die Eier für die lieben Menschenkinder zu Ostern bestimmt waren.

Nur ein Häschen fehlte und das war „lampi“!

„lampi“ liebte die Freiheit draußen im Wald, auf Feldern und auf Wiesen. Er wollte nicht eingesperrt mit seinen Geschwistern leben um ewig Osterhase zu bleiben. Er fühlte, dass irgend etwas Besonderes in ihm war. Und er wusste genau, dass er eines Tages das große Glück finden würde. Und das konnte er nur draußen finden und nicht in der engen Stube.

Der kleine „lampi“ träumte davon, den Menschen das ganze Jahr über nützlich zu sein und hatte keine Lust, für nur zwei Ostertage eine so anstrengende Arbeit auszuführen.



Der Vater hielt „lampi“ schon lange für einen Taugenichts und Müßiggänger. Er sah, wie die anderen Kinder eifrig bei der Arbeit waren und jeden Tag viele Körbe voll bunter Eier bereit gestellt hatten, um sie zu den Menschen zu bringen. Er ärgerte sich immer mehr über „lampi“, weil er doch dauernd fort war und seinen Geschwistern nicht helfen wollte.

Der arme Vater war schon ganz alt vor Ärger über seinen Sohn geworden und wenn er über „lampi“ nachdachte, dann stieß er einen langen Seufzer aus und raufte sich die grauen Haare.

Endlich hatte er es satt mit „lampi“. Als „lampi“ eines Abends von einem ausgedehnten Tagesbummel nach Hause kam, ließ der Vater ihn nicht mehr in die Stube. Er schimpfte „lampi“ einen Müßiggänger, der zu nichts nütze sei und wies ihn aus dem Hause.

„lampi“ konnte kein Wort mehr hervorbringen, so war er erschrocken über die raue Stimme seines Vaters. Er weinte bitterlich und rannte so schnell er konnte wieder in den dunklen Wald hinaus und wusste nun nicht, was mit ihm geschehen würde.


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