Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern - mailto:Ulr.Bauer@angora.de

Unternehmen/Personen die sich mit der Verarbeitung von Angora Wolle befasst haben

2.Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Meine persönlichen Erlebnisse im Aufbau und und in der Vermarktung von Angora Produkten


Angora Spinnerei Gartenlehner Dornstetten(56_100)

Im Jahr 1947 war die Nachkriegszeit nach dem zweiten Weltkrieg. Die Währung, die Reichsmark war fast wertlos, der Tauschhandel blühte und Zigaretten galten als Wertmaßstab in Deutschland.

Im "Deutschen Kleintierzüchter" hatte eine neue Firma in Bittelbronn im Schwarzwald angeboten Angora Rohwolle im Umtausch gegen Angora Strickwolle und Angora Unterwäsche anzunehmen.

Meine Mutter packte einen Teil unserer Angora Rohwolle zusammen und sandte diese nach Bittelbronn. Eine Rücklieferung der Ware kam jedoch nicht. Auf schriftliche Anfrage erhielt sie keine Antwort, und meine Mutter befürchtete, dass die Ware verloren sei.

Da setzte sich meine Mutter in die Eisenbahn und fuhr nach Bittelbronn.

Sie traf dort einen Betrieb an, der noch im Aufbau begriffen war.

Gleich gegenüber dem Bahnhof war ein stattliches Haus in dem der Verkauf und das Büro untergebracht waren. Die Spinnerei selbst war ca. 100 Meter entfernt. In einem alten Bauernhaus war der Stall umgebaut worden. und eine

Spinn- und Wirkmaschine standen darin. Dies war die Produktion.

 


 

 Meine Mutter brachte einen Teil der Rück Lieferungsware mit und der Rest wurde dann eine oder zwei Wochen später per Post nachgeliefert.

 

 

Im Jahr 1953 plante ich mich selbständig zu machen. Die Geschäftsverbindung meiner Eltern mit der Firma Gartenlehner liefen recht ordentlich.

Da ich eine Reisetätigkeit im Verkauf aufnahm, konnte ich die Produkte der Firma Gartenlehner recht gut mitverkaufen.


Es zeigte sich aber bald, dass der Verkauf über den Fachhandel sehr mühselig war. Ich brachte nur mit wenigen Kunden recht magere Umsätze zustande.

Da machte ich der Firma Gartenlehner den Vorschlag, einen Direktvertrieb mit Privat Vertretern aufzubauen. Diese Vertreter konnten die Verbraucher beraten und die Angora Wäsche verkaufen.

Als Vorbild gab es die Firma AWOBA und die Firma Klöter die dies erfolgreich praktizierten.


Frau Gartenlehner, die Inhaberin war damit einverstanden und wir schlossen einen General Vertretungsvertrag auf Provision Basis für den Direktvertrieb in der Bundesrepublik am 26. August 1957 ab.

 



















Eine Seite aus dem Verkaufsbuch der Vertreter aus dem Jahr 1960



 

Mit Zeitungsanzeigen suchte ich Privat Verkäufer in ganz Deutschland. Schulte diese und lernte sie im Verkauf von Angora Wäsche ein. Es kam eine gute Vertriebsmannschaft zustande die erfolgreich verkaufte.

Meine Geschäftsräume in Kemnat konnte ich weiter ausbauen und neue Räume in Kemnat in der Hauptstraße anmieten.

Die Firma Gartenlehner hatte jedoch andere Pläne:

Am 16.2.1972 wurde mir der Vertrag von der Firma Gartenlehner gekündigt.

Es gab eine gerichtliche Auseinandersetzung, die mit einem Vergleich und einer entsprechenden Zahlung zu meinen Gunsten am 2.2.1973 endete.


Von mir war zwischenzeitlich die Firma Angora Moden gegründet worden.

Die Firma Gartenlehner führte ihrer bisherigen Firmierung in kleinem Umfange weiter.

 



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