Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern mailto:Ulr.Bauer@angora.de

Unternehmen/Personen die sich mit der Verarbeitung von Angora Wolle befasst haben

2.Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde von den Angora Züchtern eine Genossenschaft gegründet die Angora Rohwolle von den Angora Züchtern angekauft hat und die Produkte vermarktete. (55_600) 

Angora Wollverwertung Ludwigsburg(55_600)

 

Karl Grathwohl war der Initiator dieser Genossenschaft. Er war Jahrgang 1905 und befasste sich seit 1928 mit der Kaninchenzucht und mit der Zucht von Angora Kaninchen. Karl Grathwohl hatte eine leitende Tätigkeit bei der Reichs Zucht Anstalt für Angora Kaninchen in Leipzig.

 

 

Ich selbst lernte Karl Grathwohl ca. 1947 kennen. Er wohnte damals in Ludwigsburg.

In Feuerbach fand eine große Kaninchen Ausstellung statt. Bei dieser Gelegenheit trafen sich die Angora Züchter in einem gegenüberliegenden Gasthaus zu einem Erfahrungsaustausch.

Es wurde dabei die Gründung einer Genossenschaft der Angora Züchter und eines Angora Club beschlossen. Damit wollte man die Vermarktung der Angora Wolle selbst in die Hände nehmen. Noch heute erinnere ich mich an die Worte von Karl Grathwohl bei dieser Versammlung: "Alle Angora Züchter liefern Ihre Angora Wolle an die Genossenschaft und wir bestimmen den Preis für die Rohwolle".

Dieser Traum war aber bald aus. Der Markt wandelte sich dann sehr schnell in den folgenden Jahren vom Nachfrage- zum Absatzmarkt.

 

 

Die Angora Wollverwertungs Genossenschaft wurde mit Sitz in Ludwigsburg gegründet. Sie erwarb ein Wiesengrundstück zwischen Ludwigsburg und Eglosheim und stellte darauf eine Holzbaracke. Ein Schaukasten zeigte Angora Produkte und zeitweise sprangen auch ein paar Angora Häschen im Käfig vor dem Haus herum.

Die Angora Züchter konnten ihre Angora Rohwolle anliefern und erhielten dafür entweder Bargeld oder Rückware. Wie nicht anders zu erwarten war die Genossenschaft aber sehr schnell vom Markt abhängig und sie mussten auch die Preise laufend den Marktpreisen anpassen.

Es sollte noch erwähnt werden, dass Karl Grathwohl auf die Idee kam Angora Decken anzufertigen und Versuche mit der Wolldeckenfabrik Weil der Stadt machte. Diese wurden von ihm zur Serienreife gebracht.

 

 

20 Jahre führte Karl Grathwohl die Genossenschaft der Angora Züchter.

Sein Nachfolger jedoch war nicht in der Lage den Betrieb lange weiterzuführen. Die Genossenschaft wurde liquidiert.

Jeder der Züchter Genossen haftete für die Genossenschaft nicht nur mit seinem einbezahlten Betrag sondern in derselben Höhe nochmals für die Genossenschaft. Die Angora Züchter hatten jedoch Glück.

Das bei der Gründung erworbene Grundstück konnte bei der Liquidation als Bauplatz verkauft werden und den Züchtern wurde noch ein schöner Betrag von diesem Gewinn ausbezahlt.

 

 

Karl Grathwohl verlegte seinen Wohnsitz nach Großaspach und begann dann wieder mit dem Ankauf von Angora Rohwolle. In geringem Umfang vermarktete er auch noch Angora Produkte. Er gründete die Firma: Wald-Angora Großaspach, die noch einige Jahre bestand.

 


 

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