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4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidung. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidung-Physiologische Anforderungen
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Forschung und Wissenschaft |
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Physiologische Grundlagen und therapeutische Möglichkeiten textiler Segmente |
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Schriftenreihe Zentralblatt für Arbeitsmedizin Arbeitsschutz, Prophylaxe und Ergonomie Dr. Curt Haefner Verlag GmbH Heidelberg von Werner Hanß 1981Eine große Bedeutung kommt den Angora-Segmenten auch bei der Rheumaprophylaxe zu. Referent für Bekleidungsphysiologie der Medima-Werke in Maulburg
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Die lokale Behandlung rheumatischer Affektionen (Reizungen) mit textilen Wärmesegmenten von F.J. Wagenhäser und W. Busse. (48_270)
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Veröffentlichung aus der Therapiewoche 30 (1980/2). |
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Die physikalischen therapeutischen Applikationen stellen einen sehr wichtigen Eckpfeiler in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen dar. Diesen physikalischen Therapiemaßnahmen komm in vielen Fällen eine überragende Bedeutung zu. Sie haben einen schmerzstillenden Effekt, der dem Patienten oft schneller hilft als die Pharmakotherapie (Arzneimittel).
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Wagenhäuser führt dann die verschiedenen rheumatischen Erkrankungen und die dazugehörende Therapie an. Die schmerzstillende Wirkung der Wärmetherapie beruht auf einer günstigen Beeinflussung der krankhaften Muskelspannung. Sekundär kommt es aber auch zu einer Verbesserung dermuskulären Funktionen. Wärmetherapie schafft eine günstige Voraussetzung für eine anschließende aktive Übungsbehandlung.
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Wärmeapplikationen auf distale (entferntgelegenen) Teile der Extremitäten (Gliedmaßen) vermögen Strukturen des Bewegungsapparates direkt zu erwärmen. Wärmeapplikationen auf große Stammgelenke und auf den Rumpf wirken reflektorisch (zurückversetzend) im Sinner der Muskeltonussenkung (Muskelentspannung).
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Ziel der lokalen Wärmeanwendung ist die Schmerzen zu dämpfen und die Gewebetrophik (Ernährung) zu verbessern. Durch Muskelentspannung soll die günstige Voraussetzung nicht nur für eine krankengymnastische Behandlung, sonder auch für die alltäglichen Funktionen geschaffen werden. Es ist verständlich, dass Patienten die die schmerzstillende, wohltuende Wirkung der medizinischen Wärmeapplikationen erfahren haben, diese für den dauernden Einsatz wünschen.
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Eine wärmeisolierende Kleidung muss mehr bieten als nur Wärmeisolation. Sie muss die Temperaturregelungssysteme des Körpers unterstützen und soll zum quasi-physiologischen System werden. Die wärmetherapeutische Bekleidung muss die Bedingungen des Thermo-physiologischen Komforts erfüllen. Eine hohe Wärmeisolation durch Bausch-elastisches Volumen und Luftabschluss ist noch relativ leicht zu erfüllen.
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Das Gewebe muss den Verdampfungswärmefluß einen geringen Widerstand entgegensetzten. |
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Das Verdampfen von Schweißwasser ist eine wirksame Kühlmaschine innerhalb der thermoregulatorischen Systems. Lokale Unterkühlung kann aber sehr rasch zu einer Erhöhung des Muskeltonus bis zum Frostzittern führen. Dies wird bei einer pathologisch verspannten Muskulatur sehr schnell als schmerzhaft empfunden.
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Die lokalen therapeutischen Wärmesegmente bieten den großen Vorteil, gezielt an kritischen Körperpartien den Wärmefluss von Körper zur Umgebung einzudämmen. Eine lokale Wärmetherapie mit einem Angora-Segment, das die technischen Voraussetzungen erfüllt, kann ohne Bedenken dauernd, d.h. den ganzen Tag über und evtl. sogar nachts im Sinne einer lokalen Wärmetherapie angewandt werden.
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Da der Autor von der therapeutischen Bedeutung einer lokalen Wärmetherapie mit textilen Segmenten überzeugt ist hat er an der Universitätsklinik in Zürich einen Test durchgeführt.
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399 Patienten, davon 339 Frauen und 60 Männer im Alter von 18 bis 80 Jahren wurden für den Test ausgewählt. Die Versuchdauer betrug 4 Monate. Alle Patienten wurden von einer Assistenzärztin befragt. Untersuchungen fanden statt zu Beginn, nach 14 Tagen sowie nach 1,2,3, und 4 Monaten. Es folgt nun eine Aufstellung der Leiden der Patienten und welche wärmetherapeutische Segmente eingesetzt wurden. Die klinische Erfahrung, dass rheumatische Beschwerden durch klimatische Einflüsse negativ beeinflusst werden, bestätigte sich auch hier.
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75,7% der Patienten gaben eine Besserung an. |
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Auch hiernach folgen ausführliche Tabellen und Auswertungen des Versuchs und der Ergebnisses. Interessant ist noch, dass der Angora-Ellenbogenwärmer mit 83,33% an der Spitze der Erfolgstatistik steht. Aber auch die niedrigste Erfolgsquote - Handwärmer - beträgt immer noch 70%.
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Der Test hat ach gezeigt, dass es nicht darauf ankommt wie stark die Schmerzen der Patienten beim Beginn der Behandlung waren. Patienten mit starken Schmerzen sprechen ebenso gut auf die Therapie an wie solche mit mittelstarken Beschwerden ( 73 + 74% ). Verständlich ist, dass bei Patienten mit geringen Schmerzen der Therapie-Erfolg mit fast 90% am Höchsten liegt.
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Die Pilot-Studie bestätigt die klinische Erfahrung, dass ein Großteil von Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparates aus dem rheumatischen Formenkreis auf lokale Wärmetherapie mit textilen, therapeutischen Segmenten subjektiv recht gut anspricht und diese Therapieform als äußerst angenehm empfinden. 84,21% der Versuchspersonen haben sich positiv geäußert.
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Die dauernde lokale Anwendung hat nicht nur offensichtlich einen guten schmerzlindernden Effekt, es kommt ihr offenbar auch eine prophylaktische (vorbeugende) Wirkung zu. Textile- Angora-Segmente sind ein nicht zu unterschätzendes therapeutisches Hilfsmittel und kann eine wertvolle Unterstützung der medikamentösen und physikalischen Behandlung darstellen.
Ihre Anwendung ist sinnreich und klinisch nachweislich nutzbringend. Ferner ungefährlich und problemlos und bietet die Möglichkeit den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. |
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