Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern

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4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidung. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidung-Physiologische Anforderungen

 

Forschung und Wissenschaft

Physiologische Grundlagen und therapeutische Möglichkeiten textiler Segmente

Schriftenreihe Zentralblatt für Arbeitsmedizin Arbeitsschutz, Prophylaxe und Ergonomie

Dr. Curt Haefner Verlag GmbH Heidelberg von Werner Hanß 1981

Referent für Bekleidungsphysiologie der Medima-Werke in Maulburg


Betriebsärztliche Erfahrungen über die Wirkung den wärmehaltenden textilen Segmenten bei Kältearbeiten von E. Kaechele (48_250)


Dieser Versuch wurde auch bereits schon angesprochen. Es handelt sich um eine Veröffentlichung von E. Kaechele ( )im "Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz, Prophylaxe und Ergonomie 27 (1977/9)" die im Wortlaut abgedruckt wird.


Hierin ist ausführlich von den Bedingungen die Rede denen die Gleisbauarbeiter der Berliner U-Bahn bei ihren täglichen Arbeiten ausgesetzt sind.


Krankheitsfälle, verursacht durch Kälte und Zugluft sind an der Tagesordnung. Meistens wird über rheumatische Beschwerden geklagt. Diese Personen wurden Betriebsärztlich untersucht. Vor allem die Beschwerden im Bereich von Muskeln und Muskelansätzen oft in Gelenknähe kennzeichneten die Krankheitserscheinungen. Es waren überwiegend Erkrankungen die dem Weichteilrheumatismus zugehören.


Es schien aussichtsreich den Versuch zu machen, die Beschwerden graduell zu mildern und Arbeitsunfähigkeit soweit möglich zu vermeiden.


Dabei wurden textile Wärmesegmente mit zweckentsprechenden Eigenschaften eingesetzt. Teilweise hatten die Arbeiter schon von sich aus solche Überlegungen angestellt.


Bei der Suche nach geeignetem Material für die Wärmetherapie Behandlung kam man auf Angora-Segmente.

Die Wärmesegmente sollten folgende Eigenschaften haben:

-ausreichende Wärmeisolation

Guter Transport des Körperschweißes bei der anstrengenden Arbeit von der Oberfläche der Haut, und

-ausreichende Trage- und Pflegeeigenschaften bei der täglichen Benutzung bei der Arbeit.


Ausgewählt wurden 27 Kältearbeiter aus dem Gleisbau der U-Bahn mit ausgeprägten rheumatischen Beschwerden. Es kamen zur Anwendung: 15 Angora-Schulterwärmer, 9 Angora-Leib- und Rückenwärmer und 3 Knie- und Ellenbogenwärmer.


Die Angora-Segmente wurden doppelt zur Verfügung gestellt, damit ein ununterbrochener Gebrauch trotz Wäsche und Pflege möglich war.

Nachuntersuchungen fanden nach 2, 6, 10 Monaten statt. Das Alter lag zwischen 25 und 60 Jahren, davon die Hälte zwischen 40 und 54 Jahre.


Die Ergebnisse lagen wie folgt:

Ganz behoben waren die Probleme bei 5 Fällen, erheblich gebessert bei 2 Fällen und gebessert hatte es sich in 18 Fällen. Nur in 2 älteren Erkrankungen wurde keine Besserung erzielt.


Dies machte auch deutlich, dass eine frühzeitig einsetzende Behandlung mit Angora-Wärmesegmenten am erfolgreichsten ist.

Rechtzeitige, oder auch vorbeugende Anwendung bei Kältearbeitern kann bei Beschwerden helfen, oder bei vorbeugendem Tragen ihre Entstehung überhaupt verhindern.


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