Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern

mailto:Ulr.Bauer@angora.de

Angorazucht und Wollverwertung

Vortrag am 26. 3. 2005 an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Dresden- Pillnitz

Verkauf der Angorarohwolle

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Verkauf der Angorarohwolle!



Eine gut geführte Angorazucht produziert über 80 % Angora Rohwolle in der Sorte 1!

Am Liebsten ist es dem Angora Züchter, wenn er diese Angora Rohwolle zu einem guten Preis verkaufen kann.


Vorab ist hierzu zu sagen: Für die industrielle Verarbeitung muss die Angorarohwolle vom Züchter in verschiedene Klassen sortiert werden.

In diesen Sortierungen

Sorte 1,2 und 3 sowie Filz I

wird die Angora Rohwolle auf dem Rohwollmarkt gehandelt.


Heute ist es üblich, dass pro Sorte zu 80 – 100 kg in einem Sack angeboten werden. Hierauf haben sich die Verarbeiter eingerichtet.


Kleinere Partien werden nur noch von wenigen Verarbeitern oder Sammelstellen akzeptiert. Hier wirken sich die hohen Lohnkosten aus, die für das Auspacken und eventuellem Nachsortieren unweigerlich dem Verarbeiter anfallen.


Angora Rohwolle ist auf dem Weltmarkt ein Spielball für die Preisentwicklung. Über Angebot und Nachfrage pendeln sich die Preise ein. Ist die Nachfrage der Verarbeiter nach Angora Rohwolle höher als der Markt angeliefert erhält, so gehen die Preise senkrecht in die Höhe.


Wird zu viel Angora Rohwolle am Markt angeboten, so sinken die Preise. Auf dem Angora Rohwollmarkt kann sich heute niemand ein festes, dauerhaftes, gleichbleibendes Preisangebot leisten. Die Verarbeiter holen sich die aktuellen Preisangebote von verschiedenen Lieferanten/ Rohwollhändlern ein.


Der Hauptlieferant für industriell zu verarbeitende Angora Rohwolle ist heute China. Mehr als 90%, der auf dem Weltmarkt angebotenen Angorarohwolle, stammen heute von dort.



China hat es verstanden aus Deutschen und Französischen Angora Kaninchen ein Tier zu entwickeln, das eine sehr gute Angorarohwolle produziert und in der Wollleistung den europäischen Spitzentieren nicht nachsteht.


Die Angorarohwolle der Chinesen ist granniger als die Deutsche Angorarohwolle und kommt damit den Wünschen der verarbeiteten Industrie entgegen.


Hier ist noch anzumerken,dass die europäischen Angorazüchter bestrebt sein sollten, größere Rohwollpartien ( möglichst 80 – 100 kg pro Sorte ) den Verarbeitern anzubieten. Ich spreche bewusst von „anzubieten“? Wenn der Verarbeiter Angorarohwolle benötigt, weil er einen entsprechenden Auftrag von einem Kunden vorliegen hat, ist der Verarbeiter bereit einen höheren Rohwollpreis zu bezahlen.

Hierzu ist jedoch Geduld vom Angorazüchter erforderlich. Auch sollten sich mehrere Angorazüchter zusammenschließen um diese Angora-Rohwollmengen pro Sorte zu erreichen.


Wenn die Partien bereit stehen werden sie den Verarbeitern und dem Rohwollhandel über Fax oder eMail laufend angeboten.


So lassen sich vor allem Bargeld und ordentliche Erlöse für die Angorarohwolle erzielen!


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