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4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidung. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidung-Physiologische Anforderungen
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Presse Spiegel |
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Angora-Wolle und was man daraus machen kann 8.Teil (8) (45_558) |
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Deutscher Kleitierzüchter 24/1997 |
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Angora Rohwolle selbst zu Produkten verarbeiten |
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In meinen bisherigen Betrachtungen habe ich über die industrielle Verwertung der Angora-Rohwolle gesprochen. Die industrielle Verarbeitung wird immer die größte Menge an Angora-Rohwolle benötigen.
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Handwerkliche Arbeit ist jedoch heute wieder mehr gefragt. Wie früher kann Angora-Rohwolle jedoch auch im Manufaktur-Betrieb, also handwerklich selbst verarbeitet werden. Zwei Verfahren bieten sich hierfür an: Filzen: Die Angora-Rohwolle wird in Schichten gelegt und ein möglichst flacher Filz durch schlagen und walken ausgearbeitet. Angora-Filze eignen sich zum anfertigen von Hüten, Mützen und Kappen. Auch Lodenumhänge lassen sich aus Angora-Filzen fertigen.
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Spinnen: Angora-Rohwolle kann auf dem Handspinnrad zu einem feinen Faden ausgesponnen werden. Die Angora-Rohwolle muss hierzu eine gleichlange Stapellänge haben, muss also vorsortiert sein. Die vom Angora-Kaninchen geschorene Rohwolle sollte, wenn sie von der Schur her noch gleichmäßig liegt, direkt versponnen werden. Eine geübte Spinnerin kann dies nach einiger Übung erlernen Noch besser ist es jedoch, wenn die Angora-Rohwolle vor dem Spinnen vorbehandelt, ein Vlies hergestellt wird. Die Angora-Rohwolle liegt jetzt in einer Richtung und läuft leichter und gleichmäßiger durch die Finger der Spinnerin in das Spinnrad. |
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Eine gute Spinnerin kann auch, nach einiger Übung, einen recht gleichmäßigen feinen Angora-Faden auf dem Spinnrad herstellen. Fein sollte er ausgesponnen sein, denn er muss noch mit einem 2. Faden zusammengedreht, also gezwirnt werden. Dadurch gleichen sich dickere und dünnere Teile des gesponnenen Fadens aus.
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Die so produzierte Angora-Strickwolle läßt sich von Hand weiter verstricken, aber auch auf einem einfachen Webrahmen zu Angora-Webstoffen oder Angora-Schals verarbeiten.
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Meistens werden aus dieser Angora-Handstrickwolle durch verstricken Angora-Pullover, Angora-Jacken und Westen gefertigt. Angora-Handstrickwaren sind heute gefragt und lassen sich recht gut auf Ausstellungen, Messen und Märkten verkaufen.
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Allerdings wird es bald langweilig nur naturweiße (farblose) Angora-Strickteile anzufertigen. Die farblose (weiße) Angora-Wolle läßt sich sowohl als Handarbeitsstrickwolle, wie auch als gestrickte Rohteile in alle Farben einfärben.
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Zum Färben empfiehlt es sich für Naturwolle geeignete Farbstoffe zu verwenden. Werden die Strickteile gefärbt, so muss gleichzeitig sämtlicher Zubehör (Knopfleisten, Ärmel und Kragen) in einem Farbbad mit eingefärbt werden.
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Die Einfärbung empfiehlt sich vor dem Zusammennähen. Sonst wird die Färbung an den zusammengenähten Stellen immer heller ausfallen, worunter nachher das ganze fertige Strickteil leidet. Über das Färben von Naturwolle gibt es ausführliches Informationsmaterial in den Naturläden und Bücher zu kaufen. Erst nach dem Einfärben die Strickteile zusammen nähen!
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Bei schweizer Angorazüchtern habe ich schon erlebt, dass farbige Angora-Kaninchen für den eigenen Angora-Rohwollbedarf gezüchtet werden. Farbige Angorakaninchen erhält man durch einkreuzen von farbigen Normalhaarkaninchen in die weißen (Albino) Angorakaninchen. Da jedes farbige Angorakaninchen in der Farbe der Angorarohwolle etwas anders ausfällt, sollten die Angora-Strickteile jeweils aus der Rohwolle des gleichen, farbigen Angora Kaninchens angefertigt werden.
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Die Arbeit mit farbiger Angorawolle wäre eine lohnende Aufgabe für unsere Züchterfrauen in den Frauengruppen.
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Ansonsten vermisse ich allgemein bei unseren Frauengruppen, dass es kaum Spinnerinnnen von Angora-Rohwolle gibt. Es wäre schön, wenn bei Ausstellungen auch selbst gesponnene und verstrickte Angora-Strickwaren gezeigt würden. Dabei sollten die Preisrichter besonders hoch bewerten, wenn beide Arbeitsgänge von der Ausstellerin geleistet wurden.
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Vor der Verbraucherausstellung "Animal96" rief mich Manfred Rommel(Vors. Kaninchenverb. Württemberg) an und fragte, ob ich wisse, wie er zu Spinnrad Spinnerinnen für Angora-Wolle kommen könnte. Mein Versuch diese hier auf Vereinsebene bei den Kleintierzüchtern zu finden schlug, bis auf eine Ausnahme, fehl. Ich musst auf ein Unternehmen zurückgreifen, das Handspinnräder verkauft und Spinnkurse gibt. Die Spinnerinnen wurden noch rasch auf die Verspinnung von Angora-Rohwolle getrimmt und standen dann für die Ausstellung zur Verfügung.
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