Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern

Ulr.Bauer@angora.de

4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidung. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidung-Physiologische Anforderungen

 

Presse Spiegel

Angora-Wolle und was man daraus machen kann 6.Teil (8) (45_556)

Deutscher Kleitierzüchter 24/1997

Angora Strickwaren

wie Jacken, Westen, Pullover, Schals und Handschuhe sind heute in erster Linie hochmodische Bekleidungsstücke. Sie bestechen durch ihre schlichte einfache, aber elegante Ausdruckweise und durch ihre schmeichelnde Art des Angoraflair. Da wir als Angora-Rohmaterial die Angora-Schurwolle des Albino Angora-Kaninchen verwenden, läßt sich dieses Rotweiße (farblose) Angora-Wollhaare in alle modischen Farben einfärben. Elegante Zuschnitte und gute Konfektionstechnik lassen moderne Angora-Bekleidungsstücke entstehen.


Wer gute Angora-Strick Kleidung kennen gelernt hat, kommt immer wieder darauf zurück. Es ist die leichte, feine Art der Angora-Strick Kleidung die beim Tragen nie lästig fällt. Klein zusammengedrückt wird sie überall hin mitgenommen und kann nach kurzem ausschütteln angezogen werden.


Dies alles sind aber nur optische Vorteile. Die Beliebtheit der Angorastrickbekleidung wird durch die gesundheitlichen Nebeneffekte - wie in den vorausgegangenen Kapiteln beschrieben - noch wesentlich unterstützt.


Angora-Strickwaren für die Oberbekleidung anzufertigen erfordert mehr Sorgfalt und Erfahrung als die Anfertigung von sonstigen Schafwollstrickprodukten. Man kann nicht einfach von einer Spinnerei ein Angora-Strickgarn kaufen. Davon einen Pullover stricken und diesen zum Verkauf anbieten. Der Kunde, der dieses Strickteil kauft, wird daran keine Freude haben. Es wird Flusen, fasern und einlaufen. Schon bei der Auswahl der zu verwendeten Angora-Rohwolle werden entscheidend die Weichen gestellt.



Nur die 1. Sorte, also über 6 cm lange Angora-Rohwolle darf für die Angora-Strickbekleidung eingesetzt werden. Das Verspinnen muss mit einer bestimmten Drehung, und das Verstricken auf den geeigneten Strickmaschinen erfolgen. Das Strickmuster und die Strickart die gestrickt wird, muss ausgetestet sein. Die Angora-Strickteile werden wesentlich größer gestrickt. Nach dem Stricken sind die Strickteile intensiv in der Waschmaschine auszuwaschen. Dabei gehen die Angora-Strickteile je nach Strickart und verwendeten Angora-Garn bis zu 25% ein. Erst jetzt darf das Material konfektioniert werden. Dies zu planen, zu berechnen und einzukalkulieren ist wesentlich aufwendiger als bei sonstigen Strickwaren.


Sind die Angora-Strickwaren derart gearbeitet, so gehen sie im Gebrauch und bei lauwarmer Wäsche bis 30 Grad nicht mehr ein. Auch Flusen und Fasern tritt höchstens noch in neuem Zustand (abgeschnittenen Fasern aus dem Zuschnitt) etwas auf. Dies ist aber nach 3 - 5 maligem tragen und waschen auch nicht mehr der Fall. Eine so gearbeitete Angora-Strickbekleidung läßt sich gut waschen und pflegen. Die feinen Angora-Härchen stehen nach jeder Wäsche wieder wunderschön auf. Bitte beim Waschen die Temperatur 20 bis 30° beachten. Zügig durchwaschen und auf keinen Fall mit kaltem Wasser spülen.


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