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4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidungs. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidungs-Physiologische Anforderungen
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Presse Spiegel |
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Das weiße Gold der Angora-Kaninchen 6. Teil (ges. 7 Teile) (45_506) |
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1997 Deutscher Kleintier Züchter Nr. 23/97 |
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Körperschweiß |
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Schon in ruhigem Zustand, oder bei mäßiger Körperbewegung sondert unser Körper Transpirationsfeuchtigkeit ab. Ja, selbst im Schlaf gibt unser Körper 1 Liter Flüssigkeit und mehr an seine Umgebung ab. Gehen wir stramm, oder arbeiten wir angestrengt so wird der Körperschweiß zur Abkühlung unseres Körpers benötigt und tritt in entsprechenden Mengen auf. Dr. J. Mecheels vom Institut Hohenstein spricht von dem "Feuchtigkeitsdurchgangswiderstand der Kleidung unter stationären Bedingungen" und von der: "Pufferwirkung gegen plötzlich einwirkenden Wasserdampf". Vor allem die Pufferwirkung gegen den plötzlich auftretenden Körperschweiß wollen wir hier näher betrachten.
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Die Möglichkeit der Feuchtigkeitsaufnahme von unbehandelten Schafschurwolle liegt bei rund 35 % vom Fasergewicht. Angorawolle kann dagegen sogar bis zu 60 Prozent ihres Fasergewichts an Feuchtigkeit speichern. Diese Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit des Fasermaterials spielt bei plötzlichem Schweißausbruch eine große Rolle. Besitzt das Fasermaterial, das auf der Haut aufliegt, eine hohe "Kurzzeit-Wasserdampfaufnahmefähigkeit", dann kann dieses "Zu viel an Wasserdampf" vorübergehend in Hautnähe zwischengespeichert werden. Dabei bleibt das "Mikroklima" zwischen Haut und Kleidung trotzdem weitgehend trocken. Es wird vermieden, dass flüssiges Wasser auf der Haut stehen bleibt. Je feiner die Wolle ist, die auf der Haut auf-liegt, desto größer ist das Vermögen des zwischenspeichern und des verarbeiten des Wasserdampfes (Schweiß). Je feiner die verwendete Wolle ist, desto mehr Wollhärchen liegen pro qm-Millimeter auf der Haut auf und erhöhen die Dochtwirkung. Dies ist einer der Gründe, warum Angora-Wäsche als Unterbekleidung bei "Kennern" so geschätzt wird.
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Angorawolle hat im Vergleich zur Schafwolle keinen Haar Kanal sondern einzelne Luftkammern, die noch differenzierender und effektiver wirken können. Der Körperschweiß wird von den feinen Angora-Haaren wie von Dochten von der Hautoberfläche abgesaugt und in das Innere der Angora-Faser aufgenommen. Langsam gibt die Angora-Faser den Körperschweiß auf die anderen Seite des Gewebes nach außen, an die Luft ab. Neueste Elektronen - Mikroskopaufnahmen haben gezeigt, dass diese Luftkammern, "Module" genannt, nicht nur Luft, sondern auch kleine Eiweißkügelchen enthalten, deren Bedeutung noch nicht erforscht ist.
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um 2. Punkt, der "hydrophoben" Wirkung der Wolle", habe ich dies, in dem vorstehenden Beispiel mit dem Lodenmantel, versucht praktisch darzustellen. Dabei gehe ich immer davon aus, dass naturbelassener Wolle und Angorawolle verwendet wird. Durch chemische Veränderungen wie filzfreie oder griffverändernde Ausrüstung, oder durch die Anwesenheit von Tensiden und Kunstharzen kann sich die Wirkung der Wolle wesentlich verändern. Wolle, und auch Angorawolle bleiben dadurch nicht mehr "Wolle" mit ihrer natürlichen Eigenschaft.!
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Die Hautsensorik |
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Sie befasst sich mit der Empfindlichkeit der menschlichen Haut. Für das Wohlbefinden des Menschen ist es wichtig, dass er sich "in seiner Haut wohlfühlt". Zu diesem Wohlbefinden trägt wesentlich die Bekleidung und hier vor allem die Unterbekleidung bei. Dies ist für die Bekleidungsphysiologie ein sehr wichtiger Punkt. Diese Erkenntnisse erklären vieles, was man bisher wohl empfunden hat, aber nicht beschreiben konnte. Unverdampften Schweiß, nasse Haut empfindet der Mensch als unangenehm. Dabei können wir den Schweiß selbst, der auf der Haut steht, gar nicht empfinden. Nur den rinnende Schweißtropfen ( oder bei besonders ungeeigneter Unterbekleidung, das Ankleben der Textilien an der Haut) fällt uns unangenehm auf.
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Durch den Angoraflausch auf der Haut wird das Rinnen der Schweißtropfen auf der Haut verhindert. Der Feuchtigkeitsschub wird durch die Angorafaser, durch das Flauschgewebe, aufgefangen und von der Angorafaser in sich aufgenommen. Angorahärchen bilden Abstandshalter zwischen Haut und Angoraunterwäsche. Die naturbelassenen Angorawäsche klebt nicht auf der Haut an und leitet trotzdem den Körperschweiß unmerklich nach außen. Dadurch ist Angora Unterwäsche, auch einmal nass geschwitzt, nie kalt am Körper. Diese Eigenschaften zusammen ergeben den guten, angenehmen Trage Kompfort von naturbelassener Angorawäsche und Bekleidung.. Naturbelassene Schafwolle wird auf der Haut, durch ihre verhornten Faserspitzen, von manchen als rau und empfunden. Die Angorawolle hat hiergegen sehr viele Vorteile.
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