Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern

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4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidungs. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidungs-Physiologische Anforderungen

 

Angora Wolle und der Feuchtigkeit Transport

Es ist nicht damit getan, dass ein Bekleidungsstück nur gegen die Kälte isoliert und wärmt. Die auf der Haut aufliegende Bekleidung muss auch für den Abtransport der Transpirationsflüssigkeit (Körperausdünstung) sorgen

 

Näheres über über die Funktion der Bekleidung haben wir im nebenstehenden Kapitel besprochen:>>>

 

Bekleidung, Haut/Sinnesorgan 

Unser menschlicher Körper braucht für sein Wohlbefinden eine konstante Körpertemperatur von rund 37 Grad. Wenige zehntel Grad Abweichung führen zum Unwohlsein und zu Beschwerden.

 

In geringem Umfang hat unser Körper die Möglichkeit sich selbst die Temperatur zu Regulieren.

Friert es ihn, so zieht sich die Haut zusammen (Gänsehaut) um die Wärmeabgabe vom Körper nach Außen zu verringern.

Wird es unserem Körper zu warm so wird vermehrt Schweiß produziert, der durch seine Verdunstung für Abkühlung sorgt. Voraussetzung für die Wirksamkeit ist allerdings, dass der Schweiß auch verdampfen kann und nicht über der Haut – durch undurchlässige Kleidung - eine fast oder vollständig mit Wasserdampf gesättigte Atmosphäre antrifft.

Im Laufe eines Tages produziert unser Körper ständig Wärmemengen.

Beim ruhig Sitzen sind es ca 100 Kcal/h, beim Gehen 150, bei mittelschwerer Arbeit 200 bis 300 und bei schwerer Arbeit 400 bis 600 kcal/h.

 


 

Wenn der Körper pro Stunde einen Liter Schweiß auf der Haut verdampft, dann bedeutet das für ihn eine Wärmeabgabe von 580 kcal/h. Egal was und wie viel wir arbeiten, es wird von unserer Haut mehr oder weniger Wasserdampf ausgeschieden. Dieser muss von unserer Bekleidung verarbeitet werden.

 

Produkte mit Angora Wolle bieten hier sehr gute Voraussetzungen. Die feinen Angora Härchen wirken wie Dochte und saugen den auftretenden Körperschweiß ab. Nehmen den Körperschweiß in ihren Hohlräumen (Module) auf und leiten diesen, für den menschlichen Körper unmerklich, nach außen ab. Man spricht von der Atmung Aktivität der Angora Faser. Je feiner die Haare, desto größer ist aber die Oberfläche der Fasern, die auf der Haut aufliegen.

Mikro Aufnahmen der Angora Faser

 


 

Die Angora Wolle besitzt in Hautnähe eine Kurzzeit Wasserdampf Aufnahme Fähigkeit. Auftretender Wasserdampf, der zuviel ist, kann in Hautnähe vorübergehend zwischengespeichert werden. Trotzdem bleibt das Mikro Klima zwischen Haut und der Angora Bekleidung trocken. Aus diesem Grund sollte Angora Unterbekleidung nicht zu eng anliegend gewählt werden.

 

Feuchtigkeitsdurchgangswiderstand der Bekleidung.

(Diese Wortschöpfung stammt nicht von mir, sondern von den Instituten, die Bekleidungsphysiologische Untersuchungen durchgeführt haben)

So einfach ist dies gar nicht mit der Aufnahme der Feuchtigkeit durch unsere Bekleidung haben die Forscher festgestellt.

Ein Beispiel hierzu:

Wir alle kennen und schätzen Baumwollene Unterwäsche. Wir alle kenne es, wenn wir wir in Schweiß geraden. Ein Baumwollenes Unterhemd saugt sehr schnell und gut den Körperschweiß vom Körper ab.

Aber dann kommt das Problem: Das Baumwollene Unterhemd, jetzt nass geschwitzt, will die Feuchtigkeit nach außen abgeben. Dazu braucht sie Energie für die Verdunstung des Schweißes. Und wo holt sich die Baumwollene Wäsche diese Energie her? Natürlich vom menschlichen Körper. Und wir kennen es alle: Das Baumwollhemd schlägt dadurch kalt und unangenehm auf den Körper zurück.

Die Verdunstung des Körperschweißes geht zu rasch vor sich.

 

Erforderlich ist deshalb eine Bekleidung, die den aufgenommenen Körperschweiß nicht zu rasch abgibt; also die Möglichkeit aufweist, den Körperschweiß zwischenzulagern und nur langsam nach außen abzugeben.

Dies bringt unsere Angora Wolle ganz ausgezeichnet zustande. Wie schon erwähnt, wird der Körperschweiß durch die feinen Angora Härchen vom Körper abgesaugt und in die Faser, in die Module aufgenommenen. Nur langsam erfolgt die Abgabe der Feuchtigkeit nach außen ohne, dass spürbar Energie vom menschlichen Körper verbraucht wird. Durch die Feinheit der Angora Haare ist die Feuchtigkeit Aufnahme höher als bei anderen Fasern.

Man spricht der Angora Wolle die Fähigkeit zu, dass sie bis zu 35% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen kann. Diese festgelegte Zahl ist jedoch umstritten, da in der Angora Wolle immer Feuchtigkeit vorhanden ist und man nie von einem Nullpunkt ausgehen kann.

 

Plötzlich, in großen Mengen auftretender Schweiß.

Wir kennen es alle aus eigener Erfahrung: Wir strengen uns mehr als üblich an, wir regen uns auf oder müssen eine längere Wegstrecke rasch laufen. Es kommt automatisch zu einem Schweißausbruch, den wir keineswegs von uns aus regulieren können.

Es gibt mehr Schweiß, als unsere Unterkleidung im Augenblick aufnehmen kann. Schweiß spüren wir erst auf der Haut, wenn die Schweißtropfen herunter rinnen. Jetzt ist muss die Unterwäsche auch in der Lage sein, diese Schweiß Menge zwischenzulagern und zu verarbeiten.

Unsere Angora Unterwäsche kann dies auf mehrere Arten. Sie ist eine

hygroskopische

Faser und hat die Möglichkeit zu quellen und dadurch die Flüssigkeit in das Innere der Faser aufzunehmen. Aber nicht nur die Angora Haare selbst, sondern auch der feine Angora Flausch (und hier genügt schon ein Mikro Flausch) kann das Rinnen der Schweißtropfen aufhalten und sie einige Zeit zurückhalten.

 

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