Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern

Ulr.Bauer@angora.de

4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidungs. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidungs-Physiologische Anforderungen

 

Kamele Kamelhaare Schafkamele

Baktrische (Persische) Kamele

 

Kamelhaare

werden vor allem von baktrischen (persischen) Kamelen gewonnen. Diese erreichen ein Körpergewicht von 650 kg. Auch hier spielt raues, Hochgebirgsklima eine wichtige Rolle zur Bildung der feinen Unterwolle, des dichten Wollvlieses. Die Erzeugerländer sind China und die Mongolei. Die "Unterwolle" erreicht eine Feinheit von 19 - 22 Mikron.

Die Wollknäuel werden von den Tieren im Frühjahr abgeworfen und müssen vom Schmutz und von den groben Grannenhaaren getrennt werden. Zum Teil werden die Tiere heute auch geschoren. Pro Tier können 4 - 5 kg Vlies geerntet werden.

Die Länge der Vlieswolle liegt bei 35 bis 50 mm.


 


Zeichnung: Roland Weber


 

Das Trampeltier oder Zweihöckerige Kamel (Camelus bactrianus) erreicht eine Schulterhöhe von 2,3 bis 2,5 m, eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,5 bis 3 m, eine Schwanzlänge von 55-70 cm und ein Gewicht von 450-650 kg. Es lebt in den Kältesteppen Innerasiens. Das Trampeltier ist etwas stämmiger und wuchtiger als das Dromedar und es hat zwei Höcker, deren Inneres aus Fett besteht.

Das Fell ist kraus, lang und wollig und meistens dunkelbraun. Es gibt aber auch rötlichbraune und weiße Tiere vor. Im Frühjahr findet ein Fellwechsel statt, dabei löst sich der Behang in großen Fetzen.

 

Trampeltiere kommen mehrere Tage ohne Wasser aus. Sie trinken häufig das brackige Wasser der Steppenseen. Das Trampeltier deckt seinen hohen Salzbedarf an den Salzflächen ausgetrockneter Seen. Es wird vom Menschen als Lasttier eingesetzt. Mit einem Lastgewicht von 250 kg kann das Tier 30-40 km pro Tag zurücklegen. Auch die Hengste der Trampeltiere kämpfen während der Paarungszeit, Februar bis April, miteinander. Nach einer Tragzeit von 13 Monaten bringt das Weibchen ein Junges zur Welt. Trampeltiere werden mit etwa 4 Jahren geschlechtsreif. Die Nahrung besteht aus trockenen, harten, dornigen Pflanzen.

 


 


 

Kamele werden in großen Herden zur Gewinnung der begehrten Kamelhaare gehalten. In Nordafrika und Vorderasien kommt das einhöckerige Kamel (Dromedar) vor, dessen Wolle eher grob ist und sich vorwiegend für Teppiche eignet.
Die feinen und hochwertigen Kamelwollen liefert das zweihöckerige Kamel (Trampeltier), das in Ländern mit rauem Klima, wie z.B. West-China oder Äußere Mongolei vorkommt; Junge Kamele sind naturblond, ihr sogenanntes »baby hair« ist besonders wertvoll.

 

Ein ausgewachsenes Tier liefert in einem Jahr etwa 5 kg Haare, das im Frühjahr büschelweise abgeworfen wird. Beim Krempeln wird das 3-12 cm lange, sehr feine, seidig glänzende und leicht gekräuselte Flaumhaar von dem die weiche Unterwolle überdeckenden groben, steifen Grannenhaar getrennt, wobei der Feinhaaranteil zwischen 35 und 75% liegt. Die Klassifizierung richtet sich nach dem Grad des Entgrannens, sie reicht von billig bis hochwertig. Kamelhaare werden oft ungefärbt in den Naturtönen (beige/braun) verarbeitet und aus Preisgründen mit Wolle gemischt.

Einsatz u.a. für Schlafdecken und als Füllmaterial für Steppdecken.


 

 

Gewebe aus Woll- und Deckhaaren des Kamels;

Wollhaare werden in der Naturfarbe zu Kameldecken und Kamelmänteln,

Deckhaare zu Garnen für Teppiche und Pferdedecken verarbeitet.

 

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