Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern

Ulr.Bauer@angora.de

4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidungs. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidungs-Physiologische Anforderungen

 

Lama, Alpaka, Vikunja und Guanaco

die vier Kamelarten Südamerikas

Dass es in Amerika Kamele gibt, ist recht wenig bekannt. Dabei sind es 4 Kamelarten, die in Südamerika vorkommen.

Sie sind von wesentlich kleinerem Wuchs, aber sie sind auch Schwielensohler wie ihre Verwandten in Asien und Afrika.

Vor rund drei Millionen Jahren sind diese Tiere von Nordamerika kommend in Südamerika eingewandert. Kleinkamele leben heute in den Anden, dem Hochgebirge Südamerikas.

Guanaco und Vicuna stammen von Nordamerikanischen Vorfahren ab,

Lama und Alpaka sind die, aus dem Guanaco heraus gezüchteten (domestizierten) Rassen. Typisches Kennzeichen aller ist die "Hasenscharte", eine als Greiforgan ausgebildete, gespaltene Oberlippe.

 


Zeichnung Roland Weber

Lamas, Alpaka, Vikunja und Guanaco sind Schwielensohler und gehen auf zwei Lederballen, die nur wenig Pflege brauchen. Sie verursachen deshalb auch in extremen Hanglagen kaum Trittschäden. Weil sie Gras durch ihre gespaltene Oberlippe abbeißen können und nicht abrupfen, wird die Grasnarbe im Hochgebirge kaum verletzt.

 

Lama (LLama)

Erreicht etwa die Größe eines großen Hirsches und lebt in Südamerika. Das Lama wurde aus dem wild lebenden Guanaco von den Indianern domestiziert. Dies erfolgte wahrscheinlich schon vor einigen tausend Jahren.

Mit Hilfe der Lamas war es den Menschen erst möglich, in den Anden auch oberhalb der Anbaugrenze von Getreide und Knollenfrüchte ( 4000m ) zu leben.


 


 

Lama haben große Augen mit langen Wimpern. Die langen Ohren sind gebogen. Aus langer, dichter Wolle ist das Fell. Um 1500 dürfte sich die Lamas bereits über das ganze Inkareich ausgedehnt haben.

 Das Lama hat einen rechteckigen Kopf, die Ohren sind deutlich geschwungen. Der Hals ist im Ansatz steil winklig in rechtem Winkel zum Kopf endend. Die Augen sind oval. Die Risthöhe von Lamas beträgt bei Hengste ca. 130 cm und bei Stuten bis zu 120 cm.

Lamas wurden als Lasttiere benutzt, heute vor allem noch in unwegsamen Gegenden. Aber auch als Haustiere sind sie nicht wegzudenken. Sie kommen in vielen Farben vor und liefern neben der Wolle vor allem auch Fleisch.

 


 

 Das Woly Lama besitzt einen dichten Wollbehang, der auch weite Teile von Stirn und Beinen bedeckt.

Gewonnen wird die Wolle durch ein-bis zweijähriges scheren der Tiere. Pro Tier und Schur gibt es etwa 1,5-3kg Wolle.

Zur Bekleidung wird nur das feine Wollvlies verarbeitet.

Die Feinheit der Wolle liegt bei 25 - 33 Mikron.

Erzeuger- und Lieferländer sind: Peru und in kleineren Mengen auch Bolivien und Argentinien.

Alpaka (alpaco)

gehört ebenfalls zu den Kamelen und hat sich aus dem Lama, wahrscheinlich in Kreuzung mit Vikunja, entwickelt. Lebt vor allem in den oberen Höhenlagen von Südamerika. Auch die Wolle von wild lebenden Lamas wird z.Teil als Alpakawolle bezeichnet.

Wollproduktion wie beim Lama, jedoch die Vlieswolle (Unterwolle) ist durch die Höhenlage und das rauhe Klima wesentlich dichter und feiner.

Alpakas haben eine dreieckige Kopfform, die Ohren sind speerförmig - gerade. Der Hals ist im Ansatz steil winklig bis leichter Bogen rechtwinklig zum Kopf endend. Die Augen sind kugelig und leicht vorstehend. Risthöhe beträgt bei Hengste bis 95 cm und bei Stuten bis 90 cm

Die Faserstärke der Vlieswolle liegt bei 22 - 30 Mikron.

 


 


 

Vikunja / Vicuna (Lama vicugna)

eine im westlichen Südamerika - Peru, Bolivien und Argentinien lebende verwandte Wildform von Alpaka/Lama. Vikunja ernähren sich von Gräsern und Kräutern. Sie leben meistens in Kleingruppen mit 3 Weibchen und einem Männchen und sind sehr Standorttreu. Sie haben ihre Fressteritorien (Tagesteritorien) und ihre Schlafteritorien.

Vikunja ähnelt dem Guanaco, ist aber kleiner und heller mit rötlich-gelber Farbe. Seine Wolle bei der Schur im April ergibt nur 200 Gramm pro Tier, und ist hiermit die teuerste Wolle der Welt. Heute gibt es wieder rund 150 000 Vikunja auf der Welt, doch der Welthandel mit der kostbaren Wolle wird durch strenge Auflagen kontrolliert

Besonders feines Wollvlies mit 12 - 13 Mikron.

 

Guanaco

eine im südlichen Südamerika - Patagonien ( Rio Negro ) und Feuerland lebende Verwandte von Alpaka/Lama. Das Tier gilt als die Urform aus der Lama / Alpaka gezüchtet wurden. Exportiert wird diese Wolle in ganz geringen Mengen von Chile und Argentinien.

Das Guanaco ist in Amerika das am weitesten verbreitete Lama. Es ist etwa knapp so groß wie der europäische Rothirsch. Seine Deckfarbe ist kastanienrot, die Bauchseite weiß, das Gesicht "angeschwärzt". Die Lebensweise des Guanaco unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der des Vikunja, sie ist aber wesentlich veriabler. Es gibt neben sesshaften Guanakobeständen auch nomadisch lebende Tiere. Vor allem die in patagonischen Vorgebirge im südlichen Argentinien lebenen Guanako. Sie halten sich je nach Saison und Nahrungsangebot in verschiedenen Höhenlagen auf.

 

Guanaco


Besonders feines Wollvlies mit 13 bis 14 Mikron. Jährlich werden pro Tier ca 200g Rohwolle gewonnen.

 

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