Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern

Ulr.Bauer@angora.de

4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidungs. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidungs-Physiologische Anforderungen

 

Schafwolle: Struktur und Aufbau

Allgemeines über Schafrassen:

Unter den Schafe gibt es große Unterschiede. Das wilde Schaf hat eine anderen Woll Struktur als das Merino Schaf. Schafe die in nordischen Ländern wie, Finnland, Norwegen, Schweden oder Island gehalten

 

 werden haben, trotz gleicher Rasse klimatisch bedingt ein ganz anderes Wollvlies, als Schafen die in Neuseeland oder in Australien leben.

Die Struktur und Feinheit der Schafwolle hängt nicht nur von der Schafrasse ab, sondern auch von dem Klima in dem die Schafe leben.

Englische Rassen:

Zu ihnen werden die meisten Woll-, Milch- und Fleisch Schafarten gezählt, die der Wolle das rustikale Image gehen und die für den Wollexporthandel nur eine untergeordnete Rolle spielen, weil ihr Vlies in der Regel nur lokal verarbeitet wird.


 

Kreuzzuchtrassen:

Die, englisch, Crossbreds genannten Rassen sind Kreuzungen der englischen Rassen mit den Merinoschafen. Sie werden vor allem ihres Fleischertrages wegen gezüchtet und gehen nur mittlere Schurwoll Qualitäten, die vorzugsweise für Bezugsstoffe und Teppiche Verwendung finden.


 

Merinoschafe:

Diese Tiere sind die eigentlichen Wollieferanten für den Welthandel und werden schon seit dem 17. Jahrhundert in Südafrika und Australien gehalten, nachdem sie ursprünglich in Spanien streng gehütete Zuchtergebnisse der spanischen Krone waren. Durch wissenschaftlich betriebene Zuchtfolge ist der Wollertrag qualitativ und quantitativ ständig gesteigert worden. Heute erbringt ein Merinoschaf den fünffachen Ertrag eines gewöhnlichen, heimischen Hausschafes — bis zu 10kg Wolle! Die Merinowolle ist kurz, sehr fein und kraus; sie dient insbesondere der Herstellung von Kleidung.

 


 

 Die Bausteine der Wolle

— und der Haare ganz allgemein — sind vor allem Eiweißstoffe, die Proteine Proteinfasern kommen im Tier- und auch im Pflanzenreich sehr häufig vor, wenn auch in verschiedenen Formen. Der Grundsubstanz nach zählt Seide ebenso zu den Eiweißfasern wie Haare oder Wolle.

Unter den Dutzenden, wenn nicht gar Hunderten von Eiweißformen interessieren uns hier besonders die Keratine, vor allem deshalb, weil diese Eiweiß-Gerüstsubstanzen sich durch ihre Zähigkeit und Widerstandskraft gegenüber biochemischen und chemischen Einflüssen hervorheben. Aus Keratin bestehen auch die Haare von Tier und Mensch, außerdem Nägel, Klauen, Hufe und — neben den sonstigen Hornsubstanzen — auch die Vogelfedern.

Wolle enthält im Durchschnitt 50 Prozent Kohlenstoff, ca. 24 Prozent Sauerstoff, rund 16 Prozent Stickstoff, sieben Prozent Wasserstoff und gut drei Prozent Schwefel.

Manche Schafwolle ist an ihrer Oberfläche geschuppt und rau und die Wollspitzen sind oft verhornt. Je nach Qualität kann sich Schafwolle rau anfühlen. Man unterscheidet nach Grannenhaaren, weichen Flaumhaaren und Deckhaaren.

 

 


 

Frische geschorene Schafwolle

enthält nach der Schur folgende Bestandteile: Wollfette, Wollschweiß, Schmutz und Feuchtigkeit. Unter Umständen auch Rückstände von Pestiziden. Diese Bestandteile können bis zu 50% der geschorenen Rohwolle ausmachen. Vor der weiteren Verarbeitung müssen diese Bestandteile bei der Schaf Rohwolle erst ausgewaschen werden.

 

 

Schafwollqualitäten

richten sich nach der Feinheit der Wolle, nach der Kräuselung und nach der Haarlänge. Schaf Rohwolle gibt es in den Stärken von 20 bis 40 Mikro. Sehr feine Merinoqualitäten liegen auch bei 16 bis 18 Mikro. (Tausendstel Millimeter Durchmesser.)

 

 

Probleme:

Schafwolle ist ein wundervolles Geschenk der Natur mit vielen Gesundheitlichen Vorteilen für uns Menschen. Von Natur aus ist die Schafwolle, auch in den feinen Qualitäten, durch die Verhornung der Faser an der Oberfläche rau. Dies führt zu Hautreizungen beim Träger, die aber den Vorteil haben, dass die Hautdurchblutung angeregt wird. Heute ist diese Hautreizung vielen Menschen unangenehm und lästig.

Zwar gibt es mehrere chemische Verfahren um die Verhornung bei der Schafwolle zu beseitigen, überdecken oder glätten. Dies ist ohne weiteres möglich. Nur, unsere Schafwolle ist dann keine naturbelassene Schafwolle mehr; sie ist chemisch verändert!

Außer der Schafwolle schenken uns andere Tiere noch Wollfasern, die in ihrem Aufbau der Schafwollfaser fast gleich sind. Also die gleichen natürlichen Eigenschaften haben.

Der Begriff "Wolle" und auch "Schurwolle" ist ausschließlich der Schafwolle vorbehalten. Wolle von andere Tiere, ob Wolle oder Haare, müssen grundsätzlich den Zusatz des Tiernamens tragen, von dem sie gewonnen wurden.

Außer von der Angora Ziege, deren Wolle trägt den marktüblichen Namen: Mohair,

 

Außer Wolle vom Schaf gibt es auch noch Wolle von anderen Tieren.

Alle tierischen Wollfasern sind Proteinfasern.

Trotzdem hat jede Wolle von den verschiedenen Tieren, ihre speziellen Eigenschaften.

Wolle, die feiner als Schafwolle ist oder sonstige hervorragende Eigenschaften hat, wird unter dem Sammelbegriff "Edelwolle" zusammengefasst!

In der nächsten Übersicht haben ich diese Tiere für sie zusammengestellt.

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