Autor: Ulrich Bauer sen. D-73751 Ostfildern

Ulr.Bauer@angora.de

4. Natur "Wolle" und ihre Verwendung für die menschliche Bekleidungs. Prophylaktische und Therapeutische Anwendungen. Bekleidungs-Physiologische Anforderungen

 

Schafe, Schafwolle und ihre Geschichte

Als Schafwolle wird die von den verschiedenen Schafrassen geschorene Wolle bezeichnet.

Die Bezeichnung "Schurwolle" bedeutet, dass es sich um im ersten Arbeitsgang verarbeitete Schafwolle handelt. (Gegensatz Reißwolle, gerissene und wieder versponnene Wolle. Bezeichnung: "Wolle".)

Schafe werden einmal jährlich geschoren und liefern pro Tier ca 1 – 2 kg Rohwolle. Allerdings ist hierin noch das Wollfett (Lanolin) enthalten. Dies muss nach der Schur und vor der Verarbeitung aus der Rohwolle ausgewaschen werden.


 

Geschichte:

Schafwolle dürfte die älteste Bekleidungsfaser für die Menschen sein. Niemand kann ein exaktes Datum angeben, wann der Mensch darauf gekommen ist, Schafwolle für seine Bekleidung einzusetzen. Sicher ist nur, dass schon aus der Jungsteinzeit (3000 bis 2000 vor Christus) Felszeichnungen vorhanden sind, die Schafe darstellen.


 

Nichtgeschorene Wildschafe wechseln jährlich ihr Fell. Sie streifen sich die losen Haare an harten Gegenständen ( z.B. Bäumen) ab. Dabei entstehen an diesen Gegenständen Wollstreifen, die sich, durch das sich ständige Wiederholung des Abstreifens, zu langen Streifen zusammendrehen können. Liegt hierin die Idee unserer Vorfahren die Schafwolle zu verspinnen?

Ursprüngliche Heimat des Schafes dürfte Zentralasien sein. Von dort haben sie sich in der Eiszeit, also vor etwa 20 000 Jahren über Eurasien und Afrika verbreitet.

 

 

Durch die Radiokarbon – Methode wurden Knochenfunde von Schafen im Dorf Zawi Chemi Shanidar im nordöstlichen Irak auf 9000 v.Chr. datiert. In diese Zeit dürfte etwa die Domestizierung (Haustier) fallen.

 


 

Ein weiterer Beweis stammt aus der Zeit um 4700 v.Chr. aus Jarmo (Sumer) und um 4000 v. Chr. aus Jericho. Zu dieser Zeit dürfte das Schaf schon planmäßig gezüchtet worden sein.

 

 

Aus Babylonien (" Land der Wolle!") sind durch Tontafeln Daten übermittelt. 2100 v Chr. werden Schafherden mit 2700 Stück aufgeführt! Wollqualitäten werden unterschieden nach Schur- und Sterblingswolle.

 

 

Nach der Schur wird die Wolle auf Wollmärkten verkauft. König Hammurabi (König von Babylonien, 1728 -1686 v.Chr.) nennt Korn, Öl und Wolle als Hauptprodukte seines Landes und regelt in seinem Kodex den Verkauf von Wolle. Der Diebstahl von Wolle oder von Schafen ist unter hohe Strafen gestellt. Im Tempel, der gleichzeitig Wirtschaftszentrum ist, wird von unzähligen Webern – Männer wie Frauen – Wollkleidung für den Export hergestellt. Babylon besaß die erste zivile Marktwirtschaft, die auf Schafen und deren Produkte beruhte.

 

 

In späterer Zeiten tauchen dann viele Nachrichten über Schafzuchten, Herden und Wollprodukte aus allen Teilen der alten Welt auf.

In Nordeuropa stammen die ersten Wollfunde aus der Bronzezeit (ca 1500 v. Chr.). In der anschießenden Eisenzeit wurde die Woll - Schere erfunden. Vorher wurden Schafe mit einem gebogenen Messer geschoren.

 

 

Im Mittelalter erlebte dann die Wollproduktion eine ungeheuere Blüte. Karl der Große lies Wollmanufakturen erreichten und förderte die Produktion.

Die Geschichte der Schafwolle geht weiter bis heute.

 

<<<zurück zur letzten Seite

weiter zur nächsten Seite>>>

<<<zurück zur letzten Übersicht

weiter zur nächsten Übersicht>>>

<<<zurück zur Hauptübersicht