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Angora Kaninchen > Zucht, Haltung und die Verwertung der Angora Wolle |
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Teil 6 Die elektrische Schur |
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Der Sonntagmorgen begann mit der Schur eines österreichischen Angorakaninchen. Obwohl das zur Verfügung gestellte Angorakaninchen etwas verfilzt war, konnte die Schur nach 10 bis 15 Minuten beendet werden. Die Schur führte Zuchtfreund Schweiger, langjähriger Angorazüchter und Preisrichter aus Tirol, durch. Er zeigte, wie das Angorakaninchen mit der elektrischen Maschine geschoren wird. Die anfallende Rohwolle wurde gleich sortiert. Man konnte trotz des überreifen Tieres sehen, dass sich der Filz noch auflösen ließ und ca. etwa 90 Prozent 1. Sorte angefallen war.
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Christian Jud
Zuchtfreund Schweiger aus Tirol bei der elektrischen Schur eines Angora Kaninchens
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Da wir nun viel über die Schweizer und die österreichisch-deutschen Angorapreise gehört hatten, lag es nahe, einmal die Produktionzeit und die produzierte Angoramenge nach Wert und Qualität zu vergleichen. Auf der einen Seite haben wir ja das Schweizer Angorakaninchen mit einer Jahres Wollleistung von ca 550 g, wo die 1. Sorte mit immerhin 240 Franken (290, DM pro kg) angekauft wird, dann das österreichische Angorakaninchen mit einer durchschnittlichen Jahres-Produktion von 1 000 g und einem Ankaufspreis von 110, DM. Da das Schweizer Angorakaninchen zum Rupfen mehr Zeit benötigt als das österreichische/deutsche (in der Stunde 1 ½ bis zu 3 4 Tieren) beim Scheren, läßt sich hier schon ein Unterschied ersehen. Ferner besteht noch die Differenz in der produzierten Wollmenge. Das Ende der Vergleichsrechnung ergab, dass ohne Berücksichtigung der Futter- und Stallungskosten pro Tier in einer Stunde für 423, Schilling = ca. 60. DM beim Schweizer Tier produziert wird. Beim deutsch/österreichischen Tier wird ein Wert von 520, Schilling = ca. 74, DM für eine Arbeitsstunde erreicht.
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Es stellt sich also der österreichische Angorazüchter trotz mehrmaligen Scherens und niedrigem Ankaufspreis für seine Rohwolle am Ende besser, als wenn weniger Rohwolle zu einem verhältnismäßigen hohen Preis, durch Rupfen beim Schweizer Tier, produziert wird.
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Anschließend folgte ein Lichtbildervortrag von der Schur des Angorakaninchen bis zu den fertigen Produktion. Hierbei kam zum Ausdruck, dass von der verarbeitenden Industrie sowohl die lange, gerupfte Rohwolle für die Angora-Oberbekleidung, wie auch die geschorene Rohwolle für die Angora-Wäsche Produktion benötigt wird. Eine Modenschau in Angora-Oberbekleidung zeigte die verschiedenen modischen Verarbeitungsmöglichkeiten für unsere Angorawolle. Zum Abschluss zeigte Präsident Zesiger die Verwertung des Schlachtkörpers der Angorakaninchen.
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