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Angora Kaninchen > Zucht, Haltung und die Verwertung der Angora Wolle |
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Teil 3: Angorakaninchen aus Schweizer Sicht |
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Ernst Kern, Präsident der Schweizer Kaninchenpreisrichter, sprach über »Das Angorakaninchen aus Schweizer-Sicht«. Leider hielt Ernst Kern seinen Vortrag in original Schweizerdeutsch, sodass sehr viele Teilnehmer nur mit Mühe seinen Ausführungen folgen konnten. Bei ihm wurde das Angorakaninchen zum »Küngele« und unsere Häsinnen zu »Zibben«. Zuchtfreund Kern ging auf die geschichtliche Daten der Angorazucht ab 1723 ein.
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Ca. 1890 wurde das Angorakaninchen in die Schweiz eingeführt. 1905 tauchte es zum ersten Mal im Schweizer Standard auf. Damals wurde verlangt, dass die Angorahaare 22-25 cm Länge bei den Ausstellungen haben mussten. 1907 wurde der Standard geändert und die Wolllänge bei den Ausstellungen in der Bewertung wesentlich angehoben. Auch wurden die Vorschriften über einen guten Körperbau mehr fundamentiert. 1946 bis 1952 wurde das Verhältnis der Deckhaare gegenüber der Unterwolle mit 3:1 festgelegt. Das Schweizer Angorakaninchen benötigt also die dreifachen Deckhaare mit schön überragendem Grannenhaar.
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Die Schweizer Zuchtfreunde rupfen ihre Angorakaninchen. Die 1. Sorte dieser gerupften Angorawolle muss mindestens 7 cm lang sein. Für diese 1. Sortierung werden z. Z. 240 Franken (ca. 290, DM) bezahlt. Da-zu wird das »Küngele« ca. dreimal jährlich gerupft, also alle 115 120 Tage. Für einen Rammler wird eine Jahreswollleistung von 500 g. für ei-ne Häsin von 600 g angenommen. Der Schweizer Standard schreibt ein Gewicht für Angorakaninchen von 3,500 bis 5,200 kg vor. Angekauft wird für den oben erwähnten Preis nur die weiße Angorawolle.
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Da die Schweizer Zuchtfreunde die Feststellung machten, dass bei den Albinos Erbschäden aufgetreten sind, haben sie auch die Züchtung von verschiedenen Angora-Farbenschlägen vorgenommen. So gibt es heute in der Schweiz rote, gelbe; schwarze und blaue Angorakaninchen. Bei den anderen Farbeschlägen werden die schwarzen Angora Kaninchen am meisten gezüchtet.
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Die Züchtung dieser Farbenschläge soll vor allem der Blutauffrischung dienen. Ein Einkreuzen der Farbenschläge verstärkt die Fruchtbarkeit, gibt klare Augen und einen guten, gesunden Körperbau.
Die farbige Angorawolle kann nicht verkauft werden, sondern wird von den Frauen zu Hause auf den Spinnrädchen zu sehr schönen modischen Strickwaren verarbeitet.
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Foto: Christian Jud |
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Beim weißen Angorakaninchen, also heim Albino, soll die Woll Farbe elfenbeinfarben sein. Rassemerkmale: Ohr, Stirn, Backen-Zeichnungen treten bei den Schweizer Angorakaninchen nicht auf. Die Kopfpartie sowie die Pfoten sind recht kurz und fast nur grannig behaart. Sehr großen Wert wird auf die Ohrlänge mit 13 13,5 cm gelegt.
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eMail: Ulr.Bauer@t-online.de |